Datenschutz-Tipp Nr. 26: So formulieren Sie eine perfekte Einwilligungserklärung (Teil 2)

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Datenschutz-Tipps für Unternehmen

Ich sage meinen Mandanten gerne, dass die Umsetzung von Datenschutz im Unternehmen zu 40% aus Fachwissen und zu 60% aus Psychologie besteht. Und ja, ich meine das durchaus und sogar sehr ernst.

Das lässt sich anhand des Beispiels einer perfekten Einwilligungserklärung recht gut erklären. Für viele Unternehmen stellt die Umsetzung der verschärften Voraussetzungen für die Verwendung von personenbezogenen Daten von Kunden oder Dritten für eigene Werbezwecke eine Herausforderung dar. Viele Unternehmen haben wegen der verschärften Bedingungen und des Erfordernisses, nahezu ausschließlich mit Einwilligungen zu arbeiten, das Problem, dass immer weniger Kunden und/oder Dritte beworben werden können, weil es an Einwilligungen fehlt.

Denn viele Kunden sind einfach nicht gewillt, eine Einwilligung in Werbung gesondert zu unterzeichnen bzw. zu erklären. Für die Zusendung von Werbung wie z.B. Newslettern per E-Mail müssen nicht nur die Voraussetzugnen des § 28 Abs. 3 BDSG, sondern auch Voraussetzungen des § 7 UWG eingehalten werden. Ohne Sie hier mit Details zu langweilen, kann ich sagen, dass Unternehmen künftig für die Versendung von Werbung an Kunden in der Regel eine Einwilligung des Kunden bekommen. Nicht zuletzt die Entscheidung des OLG Thüringen (Urteil, Urteil vom 21.04.2010, Az.: 2 U 88/10) hat gezeigt, dass die Luft hier sehr dünn geworden ist.

Und damit sind wir quasi wieder am Anfang der „Herausforderung“. Denn viele Unternehmen beklagen, dass keine Einwilligungen vorliegen und die Neigung der Kunden oder Interessieren, in Werbung „einzuwilligen“, geringer geworden sind.

Wenn wir davon ausgehen können, dass 60% der Umsetzung von Datenschutz Psychologie sind, dann liegt das Problem der fehlenden Einwilligung aber vielleicht gar nicht am Datenschutzrecht, sondern an der psychologischen Umsetzung.

Sind Sie bereit für etwas „Verrücktes“, das Sie bzw. Ihre Marketingabteilung aber ganz bestimmt dazu bringt, dass mehr Einwilligungen erteilt werden?

Schön…ich bin kein Psychologe, aber ich beschäftige mich seit einiger Zeit recht umfassend mit Neurowissenschaften und der Schnittstelle zur Psychologie (sehr spannendes Thema übrigens), und hier habe ich einen vielleicht neuen Ansatz für Sie, das Thema einmal ganz anders anzugehen. Sie werden dabei den Mut haben dürfen, Ihre bisherige Unternehmenskommunikation etwas abzuwandeln oder – besser gesagt – strategisch zu erweitern.

Bevor ich Ihnen erläutere, was Sie genau tun können und dies anhand eines konkreten Beispiels erkläre, müssen Sie eine kleine Hausaufgabe erfüllen:

Hausaufgabe:

  1. Nehmen Sie sich einen Stift und einen Zettel oder machen Sie sich am Rechner schreibbereit.
  2. Überlegen Sie sich, welches Kundensegment Sie gerne bewerben wollen, aus dem Sie also möglichst viele Einwilligungen generieren wollen. Versuchen Sie das Segment so einzugrenzen, dass eine möglichst homogene Gruppe entsteht. Mit homogener Gruppe meine ich eine gewisse Interessenidentität innerhalb der Gruppe. Dabei müssen es nicht unbedingt Sachinteressen sein. Es können auch emotionale Interessen sein (Leute, die an einer bestimmten Sportart interessiert sind, Hundehalter sind o.ä.).
  3. Nehmen Sie sich eine Person aus dieser Gruppe heraus und geben Sie ihr einen Namen, z.B. Peter oder Marie. Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
  4. Überlegen Sie sich einmal, was Marie oder Peter wirklich für Menschen sind – in Ihrer Phantasie. Was arbeiten sie, wie viele Kinder haben Sie. Wo leben Sie (Einfamilienhaus, Mietswohnung). Was tragen Sie für Kleidung? Was würden Marie oder Peter wirklich gerne tun (stattdem, was sie z.B. beruflich tun). Welche Träume haben Sie, was begehren Sie?
    Fühlen Sie sich dabei doch einfach wie ein Schriftsteller und entwickeln einen kurzen Charakter einer typischen Person.

Wenn Sie das geschafft haben, haben Sie einen großen Teil der Arbeit geschafft. Im nächsten Part möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie anhand dieser Charakterbildung eine ideal angepasste Einwilligungserklärung formulieren.

Sie dürfen gespannt sein…

Ihr
Stephan Hansen-Oest….