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Abmahngefahren durch die DSGVO

Kommen mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) neue Abmahngefahren auf Unternehmen zu? Eine Frage, die viele derzeit beschäftigt. Die Antwort in Kürze: Ja, es gibt neue Gefahren. Aber die sollten gut in Griff zu bekommen sein.

Natürlich bringt die DSGVO einige Neuerungen. Und prominent sind natürlich die neuen, viel höheren Bußgeldrisiken von bis zu 20 Millionen Euro. Aber nicht zu vergessen ist auch, dass es natürlich durchaus auch Bestrebungen von einigen „Marktteilnehmern“ geben kann, über Abmahnungen Rechtsverstöße gegen die DSGVO zu „ahnden“. Lassen wir mal die unterschiedlichen Motivationen, die für Abmahnungen so in Betracht kommen, außen vor. Mir kommt das ja manchmal wie „Kindergarten 2.0“ vor…

Ich mag ja Fakten. Fakt ist, dass sicher viele schon geschaut haben, ob man ggf. mit Geltung der DSGVO ab 25.05.2018 Verletzungen der DSGVO abmahnen lassen kann. Und das wird gerade dann interessant, wenn etwaige Verstöße offenkundig und für jedermann erkennbar sind. Und wo ist das der Fall? Natürlich! Bei Internetseiten. Die Datenschutzhinweise von Internetseiten werden das Haupteinfallstor für Abmahnungen sein. Wir sollten uns also alle vor allem die Art. 12 ff. DSGVO ansehen, in denen es um Art und Umfang der Erteilung von Informationen zur Verarbeitung von personenbezogenen Daten geht.

In diesem Artikel geht es aber nicht um die abmahnresistente Erstellung von Datenschutzhinweisen für Internetseiten. Ich möchte in diesem Beitrag vielmehr erläutern, auf welche Basis und wann Abmahnungen für Datenschutzverletzungen überhaupt möglich werden können. Und das ist kein Thema, das wir erst mit der DSGVO bekommen, sondern jetzt bereits haben. Die DSGVO beinhaltet nur ein paar Normen, bei denen ein Verstoß noch besser für Dritte erkennbar wird und die Abmahngefahr damit doch steigt.

Um das Thema besser in den Griff zu bekommen, schauen wir aber erst einmal auf die derzeitige Rechtslage mit unseren jetzigen Datenschutzrecht. Primär sind hier das BDSG und das TMG einschlägig.

Aber wann kann ich denn überhaupt abgemahnt werden bzw. auf welcher Grundlage? Da gibt es generell erst einmal zwei wichtige Weichenstellungen. Es gibt Abmahnungen nach dem Unterlassungsklagengesetz (UKlaG) und es gibt Abmahnungen, die auf Basis des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) erfolgen können.

Abmahnungen nach dem UKlaG

Das UKlaG dient auch dem Schutz von Verbraucherrechten. Und so können die nach § 3 UKlaG berechtigten Stellen wie z.B. Verbraucherschutzverbände seit dem 24.02.2016 auch Datenschutzverstöße abmahnen und damit Unterlassungsansprüche gegenüber dem „Rechtsverletzer“ geltend machen. Denn in der Neufassung des § 2 Abs. 2 UKlaG sind jetzt auch Vorschriften, die die Zulässigkeit

  • der Erhebung personenbezogener Daten eines Verbrauchers durch einen Unternehmer oder
  • der Verarbeitung oder der Nutzung personenbezogener Daten, die über einen Verbraucher erhoben wurden, durch einen Unternehmer,

regeln als Verbraucherschutzgesetze anzusehen, wenn die Daten

  • zu Zwecken der Werbung,
  • der Markt- und Meinungsforschung,
  • des Betreibens einer Auskunftei,
  • des Erstellens von Persönlichkeits- und Nutzungsprofilen,
  • des Adresshandels,
  • des sonstigen Datenhandels

oder zu vergleichbaren kommerziellen Zwecken erhoben, verarbeitet oder genutzt werden.

Soweit alles klar? Wohl nicht. Vielleicht auch doch. Was ihr dazu wissen müsst, ist, dass ein Großteil der Internetseiten den Fall des Erstellen von Nutzungsprofilen und auch den Fall der Werbung umfassen dürften. Oder es könnte auch eine Verarbeitung zu vergleichbaren kommerziellen Zwecken vorliegen.

Wir sind also jetzt schon alle mit unseren Internetseiten im Boot der Abmahngefahren aus dem UKlaG, wenn wir als Unternehmer personenbezogene Daten von Verbrauchern verarbeiten.

Aber passiert da jetzt richtig viel mit Abmahnungen? Bis jetzt noch nicht. Aber das kann natürlich kommen.

Und was ändert sich hier mit der DSGVO im Zusammenhang mit dem UKlaG?

Auch die DSGVO enthält natürlich einige Normen, die sich zu einer der o.g. Fallgruppen zuordnen lassen, so dass auch künftig bestimmte Verstöße gegen die DSGVO nach dem UKlaG abgemahnt werden können.

Abmahnungen nach dem UWG

Neben dem UKlaG gibt es dann natürlich noch die Möglichkeit, dass Abmahnungen auf Basis des UWG erfolgen. Das ist insgesamt ein sehr komplexes Thema. Ich beschränke mich hier mal auf das Wesentliche.

Wenn es um die Abmahnungen von Datenschutzverstößen gilt, wird die entscheidende Frage in Bezug auf das UWG immer sein, ob die Norm, gegen die vermeintlich verstoßen wird oder wurde, eine Norm eine sog. Marktverhaltensregelung i.S.d. § 3a UWG ist. Alternativ kann auch ein Verstoß gegen § 5 UWG im Falle einer Irreführung abgemahnt werden. Das dürfte in der Praxis aber eher selten vorkommen. Als Sonderfall kann natürlich noch der allseits bekannte § 7 UWG für Abmahnungen in Betracht kommen, wenn es um die Versendung unverlangter Werbung geht. Das soll hier aber nicht unser Thema sein.

Ob eine Datenschutznorm eine Markverhaltensregelung sein kann, ist in der Rechtsprechung sehr umstritten. Es gibt Gerichte, die diesem Ansatz generell eine Absage erteilen, weil sie der Auffassung sind, dass Datenschutznormen immer nur das Recht auf informationelle Selbstbestimmung des Einzelnen schützen.

Die herrschende Meinung in der Rechtsprechung beurteilt aber auf Basis einer Einzelprüfung einer Datenschutzvorschrift, ob die jeweilige Norm den Charakter einer Marktverhaltensregelung hat. In nachfolgenden Szenarien hat die Rechtsprechung Datenschutzvorschriften als Markverhaltensregelung anerkannt:

  • Internetseiten ohne Datenschutzhinweise, § 13 Abs. 1 TMG
  • Datenverarbeitung für Werbezwecke ohne Einwilligung, § 28 Abs. 3 BDSG
  • Verwendung von personenbezogenen Daten außerhalb des vereinbarten Zweckes, § 28 Abs. 1 BDSG

Und was ändert sich hier mit der DSGVO im Zusammenhang mit dem UWG?

Das ist die große Frage. Wenn wir uns die DSGVO anschauen, gibt es gerade bei den Pflichten, die nicht nur die Rechte des Einzelnen betreffen, sondern vielmehr Pflichten des Verantwortlichen zum Umsetzung von Datenschutzanforderungen im Unternehmen darstellen (Art. 24 ff. DSGVO), eine Reihe von Fragen. Nach der Rechtsprechung des BGH müssen aber bei einem Verstoß gegen solche Ordnungsvorschriften i.S.d. Art. 24 ff. DSGVO in jedem Fall neben dem objektiven Verstoß in subjektiver Hinsicht hinzukommen, dass der Gesetzesverstoß bewusst und planmäßig erfolgt ist, um sich gerade einen sachlich nicht gerechtfertigten Vorsprung gegenüber gesetzestreuen Mitbewerbern zu verschaffen. Das wird man in der Praxis wohl eher schwer nachweisen können.

Es bleibt im Hinblick auf Abmahngefahren aus der DSGVO mithin wieder beim o.a. „althergebrachten“ Kanon der Fallgruppen fehlender Datenschutzhinweise, Datenverarbeitung für Werbezwecke und ggf. auch der zweckwidrigen Verwendung von personenbezogenen Daten.

In praktischer Hinsicht würde ich meinen Fokus auf die neuen Anforderungen für Datenschutzhinweise nach der DSGVO richten. So solltet ihr z.B. daran denken, dass Kontaktdaten eines Datenschutzbeauftragten angegeben werden müssen und auch das ein Beschwerderecht bei einer Aufsichtsbehörde für den Datenschutz besteht. Für Teilnehmer des Datenschutz-Coaching gibt es hier einen Online-Kurs „Datenschutzhinweise für Internetseiten erstellen“.

Vortragsvideo Abmahngefahren durch die DSGVO?

Wer sich mit dem Thema noch einmal beschäftigen müssen, darf sich hier noch einen Vortrag zu „Abmahngefahren durch die DSGVO“ von mir vom 10.10.2017 ansehen, den ich beim AK IT-Sicherheit und Datenschutz der IHK zu Flensburg gehalten habe:


Die Videoqualität ist nicht so toll, aber da müsst ihr durch.

Blick über die Schulter: Wir optimieren ein E-Mail-Newsletter-Formular

Aus der Reihe der „Over the Shoulder Tutorials“ werfen wir heute einen Blick über meine Schulter. Aus dem Maschinenraum sozusagen. Das Video hat folgenden Anlass. Ich bekam eine Anfrage von Mandanten, die ein datenschutzrechtliches Problem mit ihrem E-Mail-Newsletter hatten. Darum geht es hier jetzt aber tatsächlich nicht. Auf meine Nachfrage bekam ich dann einen Link zum Anmeldeformular für den Newsletter. Und was ich daran alles nicht so gut fand, vor allem aber auch, wie man es besser machen kann, erkläre ich im Video:
Um auf diese Inhalte zugreifen zu können, musst du eines der folgenden Produkte gekauft haben: Datenschutz-Coaching PRO (12 Monate) [Digital] [Digital] oder Datenschutz-Coaching PRO (6 Monate) [Digital] [Digital]. Wenn du das Produkt schon gekauft hast, kannst du dich hier anmelden: Anmelden

Rezension: Laue/Nink/Kremer, Das neue Datenschutzrecht in der betrieblichen Praxis

Mittlerweile sind ja doch so einige Bücher zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erschienen. Und es werden eine ganze Reihe weiterer Werke folgen. Zur Freude der Verlage, Autoren und Leser. Nur: Wenn ich jetzt nur ein bestimmtes Budget habe, um mich mit Literatur zur DSGVO zu versorgen…zu welchem Buch greife ich dann?

Eine gute Wahl ist hier aktuell auf jeden Fall dieses Buch hier:

Es kostet 48,00 € und ist in der Tat sein Geld wert. Wie bei mir mittlerweile üblich habe ich eine Videorezension zu dem Buch gemacht, weil ihr so auf jeden Fall einen besseren Eindruck von dem Buch gewinnen könnt. Und hier ist das Video:


In dem Video habe ich im üblichen Chaos den Titel eines anderen Werkes zur DSGVO „vergessen“ bzw. falsch gesagt. Ich hatte im Video erwähnt, dass ich den korrekten Titel nachreiche. Hier ist er:

Mein Dank gilt übrigens Sascha Kremer und dem Nomos-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionswerkes. Und ich kann euch versichern, dass es sich hier nicht um eine Lobhudelei im Video handelt oder Vetternwirtschaft. Ich werde euch hier in Videos keine Quatsch erzählen. Mein Wort darauf!

DSGVO-Coaching: Einführung

Dieser Weg wird kein leichter sein (nein…ich bin kein Xavier-Fan, aber der Titel des Songs hat Bedeutung. Und bei vielen von euch wird genau diese Melodie des Songs jetzt gerade im Kopf ablaufen.)

Herzlich willkommen zu deinem Coaching! Dein DSGVO-Coaching, um genau zu sein. In den nächsten Tagen und Wochen möchte ich gerne dein Begleiter auf einer Reise zur Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sein.

Neben den Modulen zu bestimmten Inhalten der DSGVO, die du in Form von Webinaren bzw. Webinaraufzeichnungen, absolvieren kannst, wird es auch weitere Inhalte und vor allem E-Mails zu bestimmten Themen der DSGVO geben. Mit kleinen Geschichten aus Unternehmen verschiedener Branchen und Größenordnungen. Mit Geschichten, die nicht nur Lösungen, sondern auch Herausforderungen und Probleme zeigen, für die es derzeit ggf. noch keine Lösungen gibt.

Schau’ dir doch als erstes mal nachfolgendes Video an, dass du hier bzw. auf dieser Internetseite abrufen kannst (vorher ggf. Login erforderlich):

Bevor du die nächste E-Mail erhältst bzw. mit dem Kurs weitermachst, solltest du dir also einfach nur mal Gedanken darüber machen, was dein persönliches Ziel für dieses Coaching ist. Das können viele unterschiedliche Ziele sein. Zum Beispiel:

  • Ich möchte mich fachlich zur DSGVO fortbilden, um für eine Umsetzung im Unternehmen (die aktuell noch nicht ansteht) gerüstet zu sein.
  • Am Ende des Coachings möchte ich ein Datenschutzmanagementsystem geplant haben, das ich zusammen mit einem kleinen Team in meinem Unternehmen umsetze.
  • Ich möchte – da wir weder Zeit noch Budget für eine große Compliance-Lösung haben – eine Minimalumsetzung der DSGVO planen und einführen und mir dann in Ruhe anzuschauen, wie die Entwicklung in diesem Bereich weitergeht.
  • usw.

Wenn du magst, kannst du mir gerne dein gewünschtes Ergebnis des Coachings mailen. Dann können wir gemeinsam schauen, ob es realistisch ist und wie ich dir dabei helfen kann, das Ziel während des Coachings zu erreichen.

Du darfst gerne groß denken (frei nach Deichkind: „Denken Sie groß“ – ich liebe es), aber sei gerne auch realistisch. Zu große Ziele führen dazu, dass wir ggf. den „Drive“ verlieren. Und mitten auf dem Weg vielleicht die Klotzen schmeißen. Ein norddeutscher Spruch – und ich bin mir sicher, dass du weißt, was es bedeutet.

Natürlich musst du mir dein Ziel nicht mailen. Es ist für das weitere Vorankommen aber meiner Meinung nach sehr sinnvoll und wichtig, dass du dir einmal kurz Gedanken macht und das auf Papier oder elektronisch notiert. Wer schreibt, der bleibt…heißt es ja auch so schön. Für die Übung brauchst du sicher nicht lange. Vielleicht seid ihr in einer oder zwei Minuten damit „durch“. Und wenn ihr länger braucht, ist das sicher auch ein gutes Zeichen. Denn je klarer das Ziel ist, umso angenehmer wird der Weg.

Rezension: Bergmann/Möhrle/Herb, Datenschutzrecht

In meiner Reihe der Besprechungen von Werken zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) oder auch generell zur Kommentarliteratur im Datenschutzrecht beschäftige ich mich in diesem Beitrag mit dem Kommentar zum „Datenschutzrecht“ von Bergmann/Möhrle/Herb. Auch hier wieder in Form einer Videorezension.

Den Anfang hat meine Rezension zu „Härting, Datenschutz-Grundverordnung“ gemacht. Aber auch klassische Kommentare zum Datenschutzrecht bereiten sich auf den Schwenk zur DSGVO vor. In der nachfolgenden Video-Rezension geht es um das Werk:

Der „Bergmann/Möhrle/Herb“ ist einer der renommierten Kommentare zum Datenschutzrecht, der schon sehr lange auf dem Markt ist. Es handelt sich um eine Loseblattsammlung. Das Werk kann zu einem Preis von 96,00 € (inkl. MwSt.) erworben werden. Der Kommentar wird aber dann mehrfach pro Jahr aktualisiert – in Form von sog. Ergänzungslieferungen. Meist ist die erste Ergänzungslieferung noch gratis im Kaufpreis enthalten. Informieren Sie sich aber am besten selbst beim Buchhändler Ihres Vertrauens über die Konditionen zum Erwerb der Ergänzungslieferungen oder fragen Sie direkt beim Boorberg Verlag nach.

Der „Bergmann/Möhrle/Herb“ hat große Vorteile und nur einen klitzekleinen Nachteil. Inhaltlich handelt es sich um ein wirklich gutes Werk, das vor allem auch Praktiker ansprechen dürfte. Negativ finde ich eigentlich nur einen Punkt. Und das ist ein persönlicher: Ich mag keine Loseblattsammlungen mit Ergänzungslieferungen. Aber vielleicht bessert der Boorberg Verlag hier ja irgendwann nach.

Alles weitere zum „Bergmann/Möhrle/Herb“, zum Aufbau, den Inhalten und auch zu den Ausführungen der DSGVO können Sie meiner Videorezension entnehmen:

Mein Dank gilt dem Boorberg Verlag und Prof. Dr. Armin Herb, die mir ein aktuelles Werk für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt haben.

Rezension (mit Video): Härting, Datenschutz-Grundverordnung


So langsam trudeln hier die ersten Bücher und Kommentarergänzungen zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ein. Die meisten neuen Abhandlungen zur DSGVO werde ich hier auf der Internetseite besprechen. Wir fangen mit dem Buch „Datenschutz-Grundverordnung“ von Prof. Dr. Niko Härting an. Das Buch ist für 39,80 € erhältlich, z.B. bei Amazon.

Um einen guten Eindruck zum Buch vermitteln zu können, habe ich mir erlaubt, eine Videorezension zu dem Buch aufzunehmen. In dem Video erzähle ich einiges zum Autor des Buches und vor allem auch zum Ansatz des Buches. Wie Niko Härting schon im Vorwort erwähnt, soll das Buch vor allem einen ersten Einstieg in die Datenschutz-Grundverordnung bieten. Das Buch ist sehr übersichtlich gegliedert. Die Datenschutz-Grundverordnung wird dabei nicht artikelweise, sondern im Kontext mit den jeweiligen Regelungsbezügen erläutert. So gibt es einen Compliance-Teil, einen Part zum Thema Cloud Computing und Big Data, zu Aufsichtsbehörden usw.

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Jedem Kapitel sind ein paar wesentliche Merksätze vorangefügt. Dies ermöglicht dem Leser einen guten ersten Überblick über das Kapitel sowie über die wesentlichen Inhalte. Dann wird jeweils zunächst die geltende Rechtslage nach dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) erläutert. Im Anschluss werden dann die Änderungen durch die DSGVO abgehandelt. So erhält der Leser einen guten Überblick über das geltende Recht und auch die anstehenden Neuerungen, die dann bis zum 25. Mai 2018 beachtet werden müssen.

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Alles weitere und auch meine kleine Begegnung mit einem Haufen von Kleintieren am Strand (die Ameisen haben sich dann doch als kleine Spinnen herausgestellt) sehen Sie dann im Video:

Fazit: Ich kann das Buch Datenschutz-Grundverordnung von Niko Härting empfehlen. Es bietet einen guten Einstieg in die Materie der DSGVO – und das zu einem attraktiven Preis.

So arbeite ich: Meine Produktivitätstools – Teil 1: DevonThink Pro Office, TextExpander, Ulysses

Der Beitrag wurde zuletzt am 05.03.2017 aktualisiert

Da ich schon mehrfach danach gefragt wurde, möchte ich hier einmal die Gelegenheit nutzen, einen kleinen Einblick in meine Arbeitsweisen zu geben. In diesem Beitrag geht es zunächst einmal um ein Tool für das Wissensmanagement, das ich seit einigen Jahren (der Anwaltskollege Michael Seidlitz, der unter Anwälten dafür bekannt ist, dass er für die Beantwortung einer Frage binnen drei Minuten gleich ein halbes Dutzend Fundstellen zu Rechtsprechung und Literatur in einer E-Mail benennt, hat mir dieses Produkt empfohlen) einsetze. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass dieses Stück Software ein ganz wesentlicher Bestandteil meiner täglichen Arbeit als Anwalt ist und ich nur schwer ohne diese Software so effizient arbeiten könnte. Bei dieser Software handelt es sich um: DevonThink Pro Office

DevonThink Pro Office gibt es nur für den Mac, und – ganz ehrlich – es wäre für mich neben OmniFocus einer der Gründe für die Nutzung eines Macs, selbst wenn ich ansonsten ein anderes Betriebssystem nutzen würde.

DevonThink Pro Office ist meine zentrale Speicherstelle für Dokumente jeder Art. Gerade in Verbindung mit meinem Fujitsu ScanSnap S1500M wird das Abarbeiten von Papierpost ein wahrer Genuss. Grundsätzlich wird jedes Stück Papier, das in der Kanzlei eingeht, mit dem ScanSnap eingescannt und in DevonThink Pro Office abgelegt. Vertragsdokumente oder auch juristische Literatur wird durch DevonThink Pro automatisch einer Texterkennung unterzogen. So werden Volltextsuchen in der Datenbank in juristischen Dokumenten effizient möglich. Außerdem wird jedes Dokument in der Regel mit Tags versehen, so dass über diese Schlagwörter später auch Dokumente zu gleichen oder ähnlichen Themengebieten auf Schlagwortbasis gefunden werden können.

DevonThink Pro Office ist vor allem auch Grundlage für meine Arbeit in der Kanzlei. Früher habe ich Dokumente in Ordnern auf der Festplatte abgelegt. Jetzt werden die Ordner in DevonThink Pro Office angelegt. Für jedes Projekt mit Mandanten, für jeden „Fall“ gibt es einen Ordner. Die Ordner werden sequentiell wie folgt benannt: „YYMM123 Name des Projekts“, also z.B. „1508022 Mustermann ./. Brockenstedter“ für das 22. Mandat im August 2015, bei der ich Herrn Mustermann gegen Firma Brockenstedter vertrete. Die meisten meiner Mandanten berate ich regelmäßig und habe entsprechende Beratungsverträge mit diesen geschlossen. Hier ist es hilfreich, wenn ein schneller Überblick über alle Mandate zu einem Mandanten dargestellt werden kann. Nachdem ich hier eine ganze Weile diverse CRM-Tools für den Mac ausprobiert habe und wirklich am Verzweifeln war, war die Lösung dann ganz einfach. DevonThink Pro Office ist mehr und mehr meine Zentrale für alle Kanzleidokumente geworden. Die mächtigen Suchfunktionen der Software sind – gerade für Anwälte – ein Gamechanger. Spotlightsuche über Ordner ist ja nicht schlecht, aber die Suchfunktionen von DevonThink Pro Office sind im Gegensatz dazu wirklich noch einmal eine ganz andere Liga. Hat meinen Workflow beim Finden (und Wiederverwerten) von Dokumenten gravierend verändert und verbessert – und zwar vor allem hinsichtlich einer weiter verbesserten Geschwindigkeit.

Um alle Mandate zu einem Mandanten darzustellen benutze ich Tags in einem Ordner. Ich vergebe also zum jeweiligen Projektordner ein Tag.
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Für die Mandanten, die ich regelmäßig betreue habe ich dann einen Ordner „Mandanten“ und in diesen wiederum Unterordner, die mit dem Namen der Mandanten betitelt sind. Und in diesen Unterordnern befindet sich dann eine „intelligente Gruppe“, die als Kriterium auf das Tag des Mandanten in „Gruppen“ sucht. Das sieht dann so aus:
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Und diese intelligente Gruppe zeigt dann in einer Liste alle Projekte zu einem Mandanten an. Eine sehr schöne und vor allem einfache Sache. Sie erfordert jedoch – das gilt aber auch für andere CRM-Apps – eine gewisse Sorgfältigkeit beim Anlegen von Gruppen. Manchmal vergesse ich, wenn es eilig ist, beim Anlegen einer neuen Gruppe bzw. einem Ordner für ein Projekt zum Mandanten, ein Tag zu vergeben. Da ist es dann manchmal müßig, das nachzuholen. Vor allem, wenn man recht viele Mandate gleichzeitig beackert.

Seit einigen Monaten habe ich zudem eine neue Lieblings-App. Es handelt sich dabei um Ulysses. Das ist eine Textverarbeitung-App, die es derzeit (Stand: August 2015) für Mac OS X und iPad gibt. Eine Version für das iPhone ist auch in Planung. Die Applikation nutze ich vor allem auf dem Mac, da ich nicht so gerne auf iCloud angewiesen bin und hier auch gerade mit Mandatsdaten zurückhaltend bin. Soweit es um Kanzlei-Sachen geht, die Mandatsdaten beinhalten, werden diese also komplett lokal, auf meinem Protonet-Server oder einemn Synology-NAS in der Kanzlei gespeichert.

Ulysses ist ein minimalistisches Tool zum Schreiben von Texten im Markdown-Format. Wenn ihr euch mit dem Markdown-Format noch nicht auskennt – tut es sofort. Ihr findet dazu umfangreiche Informationen Internet oder hier eine gute Einführung erhalten wollt, kauft euch den MACSPARKY MARKDOWN FIELD GUIDE. ich habe auch vorher schon in Markdown geschrieben (z.B. mit iA Writer, Byword, Scrivener), aber Ulysses hat mich irgendwie gepackt. Ich kann es nicht recht erklären, aber es hat irgendwie etwas Magisches. Und das Konzept einer umfassenden Bibliothek für alle meine Texte ist außerdem sehr hilfreich. Texte, die ich in Mandatssachen schreibe, ziehe ich jedoch nach Fertigstellung einfach in den dazugehörigen Gruppenordner in DevonThink Pro Office und lösche das jeweilige „Blatt“ dann in Ulysses. Praktisch ist dabei, dass auch deren DevonThink Pro Office das Markdown-Format beherrscht.

Ulysses ist lange nicht so mächtig wie Scrivener. Das Schreiben von Texten, sofern sie nicht für Mandate waren, ist mir vor einiger Zeit jedoch immer leidiger geworden. Und Ulysses hat hier für mich ganz viel frischen Wind hereingebracht. Das Schreiben mit dem Tool macht einfach Spaß und zieht mich in den Bann. Jeden Morgen ist mein erste Tat am Rechner, noch bevor ich Mails oder Twitter checke, Ulysses aufzurufen, um an einem aktuellen Blogbeitrag oder momentan vor allem an Texten für meine E-Learning-Kurse zu schreiben. Und ja…auch ein kleines Buchprojekt ist dabei. Und ohne Ulysses wäre das wohl nicht passiert. Schaut euch mal ein paar Beiträge auf dem Blog von Ulysses an, um einen besseren Überblick zu erhalten. Es gibt auch eine Trial-Version auf der Website, mit der ihr die Software ausprobieren könnt. Die Version für das iPad ist übrigens auch großartig.

Einen guten Überblick über eine vorherige Version findet ihr hier in dem Video von Paul Boag:

Die aktuelle Version ist wieder stark verbessert und hat vor allem einen wirklich guten „.docx“-Export.

Ein Tool, ohne das ich nicht wirklich arbeiten könnte, ist TextExpander. TextExpander ist ein Tool, mit dem Sie über Buchstabenkombinationen Textbausteine einsetzen können. TextExpander ist mit DevonThink Pro Office die Grundlage für die sehr schnelle Beantwortung der 80% der Fragen, die regelmäßig bei Unternehmen im Datenschutzbereich als FAQ auftauchen.

Ein Beispiel dafür, wie ich DevonThink Pro Office für die Wissensverarbeitung einsetze, habe ich im nachfolgenden Video dokumentiert. Hier zeige ich, wie halbautomatisch alle Beschlüsse des Düsseldorfer Kreises in DevonThink Pro Office importiert und kategorisiert werden können – in stark vereinfachter Form. Außerdem kommt noch ein bisschen MindManager zum Einsatz. Sie sollten in den Vollbildmodus switchen, um die Bildschirminhalte besser erkennen zu können.

Allgemein kann ich sagen, dass ich als Anwalt folgende Software-Produkte täglich im Einsatz habe:

  • OmniFocus 2
  • Mail.app mit GPGMail-Plugin
  • Postbox 4 (wegen besserem Support für Verschlüsselung von Mails per PGP/GPG)
  • DevonThink Pro Office
  • TextExpander
  • Ulysses für Mac und iOS – für fast alles, was ich schreibe. Ich liebe Markdown.
  • Protonet Server mit SoulOS und Synology NAS
  • BusyCal / Fantastical
  • BusyContacts
  • Dragon Dictate for Mac
  • Scrivener for Mac (nur noch selten – I live and die by Ulysses)
  • MindManager – jetzt ersetzt durch iThoughts X und Mindnode
  • Acorn
  • Affinity Photo
  • Sketch
  • Affinity Designer
  • Pixelmator
  • Pages 5
  • Microsoft Word (Office 2016 für Mac)
  • Numbers 3
  • iA Writer, mittlerweile aber meistens Byword wegen des rechten guten Blogging-Workflows mit der Publishing-Funktion zu WordPress.

Um mit Mandanten zusammen an Projekten zu arbeiten, nutze ich am liebsten meinen Protonet-Server.

Und was nutzt ihr bzw. nutzen Sie so? Ich habe die Kommentarfunktion hier freigeschaltet. Ich freue mich insbesondere über Tipps dazu, wie ihr DevonThink einsetzt.

Webtracking & Datenschutz auf Internetseiten von Dax Unternehmen

Ich habe innerhalb der letzten drei Wochen eine relativ ausführliche Analyse über den Einsatz von Webanalyse-Tools bei den im DAX gelisteten Unternehmen durchgeführt. Die Ergebnisse waren – wie soll man sagen – ernüchternd. Bevor in der kommenden Woche einige weitere Details der Analyse veröffentlicht werden, gibt es hier schon einmal einen kleinen Teaser: