Tipps für eine interessante Datenschutz-Schulung

Der betriebliche Datenschutzbeauftragte hat die gesetzliche Aufgabe, die Mitarbeiter des Unternehmens mit den Datenschutz-Vorschriften „vertraut zu machen“. Soweit so gut. In der Praxis wird diese Schulungsaufgabe gerne durch mehr oder weniger interessante „Beschulungsveranstaltungen“ erledigt. Hilfreich ist dabei ein Foliensatz (z.B. für Powerpoint), der das zugegebenermaßen nicht unbedingt „spannende“ Thema Datenschutz bildlich veranschaulicht. Wie kann man so etwas jenseits von langweiligen „Bulletpoints“ auf Powerpoint-Folien machen? Dazu möchte ich ein paar Anregungen geben.

Der Mensch ist ein Wesen mit mehreren Sinnen. Er kann visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch und gustatorisch wahrnehmen. In einfachem Deutsch: er kann sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken. Drei dieser Sinne sind dabei bei den meisten Menschen stärker ausgeprägt bzw. von höherer Bedeutung: Sehen, Hören und Fühlen.

Wir wissen heute, dass Menschen häufig – und auch situationsbedingt – einen bevorzugten Wahrnehmungskanal haben. Manche Leute sind eher visuell, andere eher auditiv. Dies kann und sollte man bei der Vermittlung von Informationen beachten und für sich nutzen.

Neben dem reinen Wortbeitrag in einer Schulung, mit dem man primär die „auditiven“ Menschen anspricht, können an die Wand „gebeamte“ Folien helfen, den eher visuell veranlagten Zuschauer für die Inhalte zu gewinnen. Es liegt auf der Hand, dass die Folien dann nicht nur „schnöden“ Text – nach Gliederungspunkten sortiert – enthalten sollten. Das nutzt nur dem Redner als eine Art Spickzettel, nicht aber dem dann visuell eher noch vergraulten Zuschauer.

Schwierig wird es, die Informationen den Menschen mit kinästhetischer Präferenz nahe zu bringen: Wie soll man Datenschutz „fühlen“?
Es kann hilfreich sein, Gegenstände in die Präsentation einzubauen. Warum nicht z.B. einfach eine Miniüberwachungskamera, einen RFID-Chip o.ä. mit in die Veranstaltung bringen, und den Leuten diesen Gegenstand zum Erleben in die Hand geben. Das muss natürlich thematisch passen. All das kann dazu beitragen, dass sich die Veranstaltung selbst und die Inhalte in den Köpfen der Zuhörer und Zuschauer verankert.

Ich möchte dazu anregen, mehr Mut (und Spaß) bei der Erstellung von Folien für Datenschutz-Schulungen an den Tag zu legen. Sie helfen damit nicht nur sich, sondern auch Ihren Zuhörern. …