Ich glaube an die Macht von Sprache. Und daher kann ich sehr gut nachvollziehen, dass das weibliche und das männliche Geschlecht auch in Texten gleichberechtigt erscheinen sollten.

Übrigens: Das „dritte Geschlecht“ braucht sprachlich nicht berücksichtigt zu werden, da dieses – so das Bundesverfassungsgericht – die Personen betrifft, die sich nicht „dauerhaft“ für das weibliche oder männliche Geschlecht entscheiden können.

Ich persönlich halte den Weg eines „Gender-Sternchens“ („*“) oder sonstige Satzzeichen aus mehreren Gründen für mich nicht akzeptabel. Ein „*“ geht bei mir schon deswegen nicht, da ich über 90% meiner Texte im sog. “Markdown-Format” schreibe und ein „*“ dort zum Einsatz kommt, um Text kursiv zu formatieren.

Auch andere Sonderzeichen stören mich persönlich aber im Lesefluss.

Mittlerweile nutze ich häufig Formulierungen wie „Juristinnen und Juristen“, „Anwältinnen und Anwälte“, „Kolleginnen und Kollegen“. Wenn ich das nicht tue, hat das nicht zwingend einen Grund, sondern kann einfach auch der Kürzung von Sätzen dienen. Ich mag kurze Sätze.

Ich setzte mich schon ein Leben lang dafür ein, dass Frauen die gleichen Rechte wie Männer haben dürfen. Ich denke, meine Frau kann das bestätigen. Und dennoch halte ich es nicht für sinnvoll, zu verkrampft mit Sprache umzugehen.

Ich verwende dabei in meinen Texten nach Geschmack mal die eine oder die andere Form. Um das Ganze – auch für mich – zu forcieren, halte ich es häufig so, dass ich in ungeraden Kalenderwochen grundsätzlich primär in der weiblichen Form und in geraden Kalenderwochen in der männlichen Form. Das klappt meistens, aber nicht immer. Und auch da möchte ich unverkrampft bleiben. Denn ich mag die deutsche Sprache.